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ADHS und HPU/KPU – ein Blick auf die körperliche Ebene

Konzentrationsprobleme. Innere Unruhe. Reizüberflutung. Vergesslichkeit. Schwierigkeiten, bei einer Sache zu bleiben. Vielleicht auch Erschöpfung nach einem Tag voller Eindrücke.

Menschen mit ADHS – und Eltern betroffener Kinder – kennen viele dieser Situationen nur zu gut.

Dabei stellt sich für mich neben der eigentlichen ADHS-Diagnostik noch eine weitere Frage:

Gibt es körperliche oder biochemische Faktoren, die die individuelle Symptomatik zusätzlich beeinflussen könnten?

ADHS ist nicht alleine ein Nährstoffproblem

ADHS ist eine komplexe neurobiologische Störung, bei deren Entstehung insbesondere genetische und andere Faktoren eine Rolle spielen. 

Dennoch benötigt auch unser Nervensystem für seine Funktion eine Vielzahl von Nährstoffen und Stoffwechselprozessen. Deshalb kann es bei bestimmten Patienten sinnvoll sein, zusätzlich zur etablierten ADHS-Diagnostik auch die körperliche und biochemische Situation genauer zu betrachten.

Genau hier kann in meiner Praxis – neben anderen möglichen Faktoren – auch das Thema HPU/KPU zur Sprache kommen.

Was bedeutet HPU/KPU?

Die Begriffe Hämopyrrollaktamurie (HPU) und Kryptopyrrolurie (KPU) werden vor allem in der Komplementärmedizin für ein postuliertes Stoffwechselphänomen verwendet, das mit einer erhöhten Ausscheidung bestimmter Verbindungen über den Urin und daraus abgeleiteten Veränderungen der Mikronährstoffversorgung in Verbindung gebracht wird.

Der Blick auf den Menschen richten

Wenn ein Kind oder Erwachsener Schwierigkeiten mit Konzentration, Aufmerksamkeit oder Belastbarkeit hat, interessiert mich nicht nur die Bezeichnung der Diagnose.

Ich möchte wissen:

Wie sieht die Ernährung aus? Gibt es Hinweise auf relevante Mikronährstoffdefizite? Wie sind Schlaf und Belastung? Gibt es Auffälligkeiten im Stoffwechsel oder andere körperliche Faktoren, die das Wohlbefinden beeinflussen könnten?

Je nach individueller Situation können deshalb gezielte Laboruntersuchungen sinnvoll sein. Dabei geht es mir nicht darum, ADHS durch HPU/KPU zu erklären, sondern mögliche zusätzliche Faktoren zu erkennen, die bei einem individuellen Behandlungskonzept berücksichtigt werden können.

Gerade bei ADHS lohnt sich ein ganzheitlicher Blick

ADHS betrifft weit mehr als Konzentration. Schule, Beruf, Familie und Selbstwert können erheblich darunter leiden. Gleichzeitig bringen viele Betroffene besondere Fähigkeiten, Kreativität und eine eigene Art der Wahrnehmung und Problemlösung mit.

Deshalb möchte ich weder ein Kind noch einen Erwachsenen auf eine Diagnose reduzieren.

Ich möchte den Menschen dahinter verstehen.

Wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind bereits ADHS diagnostiziert wurde oder Konzentrationsprobleme und innere Unruhe bestehen, können wir gemeinsam besprechen, ob eine ergänzende Betrachtung körperlicher und biochemischer Faktoren sinnvoll sein könnte.